Was ist eigentlich
Kundalini Yoga?
Der Name klingt geheimnisvoller, als die Sache ist. Hier steht, was dich in einer Stunde tatsächlich erwartet — in normalen Worten.
Kundalini Yoga ist eine Yoga-Richtung, die Bewegung, Atem, Tiefenentspannung und Meditation in jeder Stunde verbindet. Während andere Stile oft einzelne Haltungen perfektionieren, arbeitet Kundalini Yoga mit einfachen, oft wiederholten Bewegungen im Zusammenspiel mit dem Atem — Übungen, die keine Vorkenntnisse und keine besondere Beweglichkeit verlangen.
So, wie ich es unterrichte, ist es vor allem eines: eine verlässliche Pause für ein Nervensystem, das den ganzen Tag auf Empfang war. Viel Raum, wenig Worte, langsames Tempo.
Die Begriffe, kurz übersetzt
Im Kundalini Yoga tauchen Sanskrit-Wörter auf. Sie gehören zur Tradition — aber niemand muss sie kennen, und ich übersetze sie immer gleich mit:
Kriya — die Übungsreihe
Eine festgelegte Abfolge aus Bewegung und Atem, mit einem klaren Anfang und einem klaren Ende. Bei mir sind die Kriyas bewusst sanft gewählt: Es geht ums Loslassen, nicht ums Durchhalten.
Savasana — die Tiefenentspannung
Nach der Übungsreihe liegst du zugedeckt auf der Matte und musst gar nichts mehr. Klingt banal, ist aber für viele der wirksamste Teil des Abends — der Moment, in dem der Körper das Umschalten wirklich zulässt.
Meditation — der stille Abschluss
Kurz und geführt, meist mit einem einfachen Fokus auf den Atem. Keine Vorerfahrung nötig, kein stundenlanges Stillsitzen.
Mantra — Klang als Anker
Manchmal gehört zu einer Meditation ein gesprochener oder gesungener Klang. Er dient als Anker für die Aufmerksamkeit — wie ein Ton, an dem sich die Gedanken festhalten dürfen. Mitmachen ist immer freiwillig; zuhören ist genauso gut.
Und die Spiritualität?
Kundalini Yoga hat eine lange spirituelle Tradition, und ich verleugne sie nicht. Aber sie ist bei mir Angebot, nicht Bedingung: Du musst nichts glauben, nichts bekennen und keine Weltanschauung übernehmen, um von einer Stunde etwas zu haben. Eine ruhige Stunde auf der Matte wirkt — ganz gleich, wie du sie für dich einordnest. Und wer mich nach der Tradition fragt, bekommt eine ehrliche, unaufgeregte Antwort.
Für wen ist das?
Für Erwachsene jeden Alters, mit und ohne Yoga-Erfahrung — und ganz besonders für alle, die abends schlecht runterkommen: Berufstätige, Eltern, Vielsitzer, Vieldenker. Wenn du beweglich bist, gut. Wenn nicht, auch gut.
Du musst nichts können und nichts glauben — nur kommen.
Am einfachsten: einmal ausprobieren
Lesen ersetzt keine Stunde auf der Matte. Zurzeit unterrichte ich an sechs Montagabenden im Meienfeldquartier — auf Spendenbasis, ohne Abo.